Führungswechsel bei der Freiwilligen Feuerwehr Drasenhofen


Am 6. Jänner 2026 fanden im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Drasenhofen die turnusmäßigen, alle fünf Jahre stattfindenden Wahlen des Feuerwehrkommandos im Feuerwehrhaus Drasenhofen statt.

Rückblick auf das Jahr 2025
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung berichtete Kommandant HBI Bernhard Böck über das vergangene Einsatzjahr. Demnach leisteten die Mitglieder der FF Drasenhofen im Jahr 2025 mehr als 5.000 unentgeltliche Leistungsstunden. Zudem war es ein Rekordjahr an Einsätzen: Insgesamt rückte die Feuerwehr zu 82 Einsätzen aus – von Auspumparbeiten und Personensuchen über Vegetationsbrände bis hin zu Großschadensereignissen.

Bernhard Böck bedankte sich bei allen Mitgliedern für ihre Leistungen im vergangenen Jahr sowie für die Unterstützung während seiner insgesamt 25-jährigen Tätigkeit im Kommando.

Führungswechsel im Kommando
Das amtierende Kommando mit Kommandant HBI Bernhard Böck und Kommandant-Stellvertreter BI Martin Huber stellte sich nicht mehr zur Wahl, um die Führung der Feuerwehr bewusst in jüngere Hände zu übergeben.

Als neuer Feuerwehrkommandant wurde Aaron Kribbel vorgeschlagen, als Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Rene Hager. Beide Kandidaten wurden mit großer Mehrheit gewählt und nahmen die Wahl an.

Zur Leiterin des Verwaltungsdienstes wurde Sandra Eisinger bestellt. Unterstützt wird sie von der bisherigen Verwalterin Claudia Kribbel, die künftig als Stellvertreterin des Leiters des Verwaltungsdienstes fungiert.

Neue Führung mit umfassender Erfahrung
Aaron Kribbel bringt ausgezeichnete Voraussetzungen für das Amt des Feuerwehrkommandanten mit. Als Unternehmer ist er Geschäftsführer von zwei Betrieben mit mehreren Mitarbeitern. Vor seiner Überstellung zur FF Drasenhofen war er mehrere Jahre als Kommandant-Stellvertreter bei der FF Steinebrunn tätig. In den vergangenen Jahren war er zudem als Fahrmeister für den Fuhrpark der FF Drasenhofen verantwortlich und leitete als Nummer 3 auf der Einsatzleiterliste zahlreiche Einsätze im Einsatzgebiet der Feuerwehr.

Rene Hager verfügt über umfassendes Know-how im Katastrophenschutz sowie im Feuerwehr- und Rettungswesen. Beruflich ist er bei Notruf Niederösterreich in den Bereichen Infrastruktur, Fuhrpark, Katastrophenschutz sowie Sonder- und Großeinsätze tätig. Darüber hinaus ist er beim Roten Kreuz als S3 für die Einsatzführung im Bereichskommando Weinviertel verantwortlich und als Notfallsanitäter aktiv im Rettungsdienst im Einsatz. Auf Bezirksebene fungiert Rene Hager als Bezirkssachbearbeiter für das Sachgebiet Feuerwehrmedizinischer Dienst. Unter seiner Leitung wurden unter anderem 2021 der Tornadoeinsatz in Tschechien als Einsatzleiter des Roten Kreuzes abgewickelt. Zudem war er beim Hochwasser 2024 in Niederösterreich im Landesführungsstab vom Land NÖ tätig.

Eine Ära geht zu Ende
Mit dem Führungswechsel und dem Rückzug von Bernhard Böck in die zweite Reihe geht bei der FF Drasenhofen eine Ära zu Ende. Über Jahrzehnte hinweg war er eine tragende Säule der Feuerwehr. Insgesamt war er ein viertel Jahrhundert im Kommando tätig und prägte die Entwicklung der FF Drasenhofen maßgeblich.
In dieser Zeit erreichte die Feuerwehr einen historischen Mitgliederhöchststand von 92 Feuerwehrfrauen, Feuerwehrmännern, Reservisten sowie Kindern und Jugendlichen. Zu den wichtigsten Meilensteinen unter seiner Führung zählen der Ankauf eines Hilfeleistungsfahrzeuges, eines Kommandofahrzeuges und eines Mannschaftstransportfahrzeuges, die Gründung der Kinderfeuerwehr sowie die umfassende Modernisierung der Ausrüstung. Zudem legte er den Grundstein für die Anschaffung eines neuen Vorausrüstfahrzeuges im kommenden Jahr.

Zeitgemäß und innovativ in die Zukunft – neues Vorausrüstfahrzeug
Die FF Drasenhofen betreut eines der einsatzreichsten Gebiete des Bezirks: Niederösterreichs größten Grenzübergang, zwei Betriebsgebiete, zwei Landesstraßen, eine Bundesstraße sowie die Nordautobahn A5 mit dem aktuellen Ausbau als Schnellstraße „A5 Umfahrung“.
Auf Basis einer umfassenden Risikoanalyse lt "NÖ Feuerwehrausrüstungsverordnung" wurde der Bedarf für ein modernes Vorausrüstfahrzeug berechnet, das speziell für Menschenrettungen bei Verkehrsunfällen ausgestattet ist. Über 70 Prozent der Kosten werden durch Mittel der niederösterreichischen Landesregierung sowie der ASFINAG getragen. Die restlichen 30 Prozent finanzieren die Gemeinde Drasenhofen und die FF Drasenhofen.
Das neue Fahrzeug ergänzt den bestehenden Fuhrpark optimal und wird unter anderem mit einem modernen Akku-Rettungssatz, einer Rettungsplattform für Lkw-Rettungen, einem Abstützsystem für Unfallfahrzeuge, einem Rettungsboard für schonende Personenrettung sowie einer erweiterten Erste-Hilfe-Ausstattung inklusive Defibrillator ausgestattet sein. Der Aufbau des Fahrzeugs ist für Mitte des Jahres vorgesehen, die Indienststellung soll noch im laufenden Jahr erfolgen.